GIS-gestütztes Management-System soll Hochwasserschäden verhindern

Wie Mathematik hilft, Umwelt und Mensch zu schützen, zeigt das Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik mit der internationalen Kooperation RISURSIM.

Das Projekt wird vom 12. bis 19. März 2003 auf dem Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf der CeBIT präsentiert.

Hochwasserschäden vorzubeugen, stellt für viele europäische Städte eine Herausforderung dar. Denn kommt es als Folge von sintflutartigen Regenfällen und einem überlasteten Entwässerungssystem zu überschwemmten Straßen und vollgelaufenen Kellern, entstehen oft Schäden in Millionenhöhe.

Die Kommunen und Betreiber der Entwässerungsanlagen stehen vor der Aufgabe, das Ausmaß der Gefährdung und die Schadenshöhe vorsorglich genau zu ermitteln, um die städtischen Entwässerungssysteme kostengünstig, aber ausreichend zu dimensionieren.

Hier setzt das EUREKA-Projekt RISURSIM an: Siedlungswasserwirtschaftler, kommunale Planer, Versicherungsfachleute und Mathematiker aus Deutschland, Norwegen und Italien haben sich zusammengeschlossen, um ein Planungs– und Betriebsinstrumentarium für ein vorsorgendes und kostenoptimales Entwässerungssystem zu entwickeln.

Unter der Federführung des Fraunhofer Instituts für Techno– und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern entsteht derzeit eine Computersoftware, die helfen soll in der Planungsphase von Entwässerungssystemen die Leistungsfähigkeit eines Kanalnetzes bei Hochwasser zu beurteilen. Die Software simuliert, was bei Dauerregen passiert. Sie zeigt, welche Wassermassen die Kanalisation fassen kann und welche Straßen, Unterführungen und Plätze überschwemmt werden, sobald das Abwassersystem überläuft. Mit der Software kann sogar ermittelt werden, wie hoch der Schaden je nach Wasserstand ist. Szenariensimulation erlaubt es, verschiedenste bauliche Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit für einen verbesserten Überflutungsschutz zu testen.

Als Ergebnis soll ein GIS-gestütztes Management-System entstehen, das den Kommunen der Versicherungswirtschaft und der Wissenschaft als Arbeitswerkzeug für die Lösung anstehender Fragestellungen dient. Der deutsche Anteil des Projekts wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt.

(Quelle: Informationsdienst Wissenschaft – idw – – Pressemitteilung Projektträger im DLR, Informationstechnik, 05.03.2003)

Geonet News vom 07.03.2003