Früherkennungssystem für Grundwasserschäden am Frankfurter Flughafen

Fraport AG, Hessenwasser GmbH und das Umweltministerium unterzeichnen Vertrag um die Grundwasser-Überwachung am Frankfurter Flughafen zu verbessern.

Die Vertragspartner vereinbaren damit den Aufbau eines integrierten Grundwasserschutzsystems im Stadtwald Frankfurt. Der Hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel zeigte sich erfreut über das neue Vertragswerk, mit dem ein „wichtiges Früherkennungssystem“ auf den Weg gebracht werde:

Mit Hilfe modernster Technik, so Dietzel, werde es künftig möglich, Grundwasserschäden auf dem Frankfurter Flughafen so schnell wie möglich zu erkennen. Damit könnten der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport AG, die Hessenwasser GmbH, die im Stadtwald für die Versorgung Südhessens wichtige Wasserwerke unterhalte und die Behörden schnell auf eventuelle Verunreinigungen reagieren. Die konkurrierende Nutzung im Frankfurter Stadtwald werde auf diese Art zum Schutz der Umwelt langfristig gesichert.

Kern des Schutzsystems soll eine Grundwasserdatenbank sein. Vorgesehen ist ein Netz von Messstellen, an denen regelmäßig Grundwasserproben entnommen werden. Die Fraport AG unterhält ein Datenerfassungssystem, in das die hierbei ermittelten Messwerte eingehen. Zu diesem so genannten Grundwasser-Monitoring gehört eine Computersoftware, die die Messwerte verwaltet und beim Überschreiten bestimmter Werte automatisch Alarm auslöst. Die Behörden des Landes sowie die Betreiber der Wasserwerke werden in das gesamte System einschließlich des automatischen Alarms eingebunden und erhalten online direkten Zugriff auf die Daten. Damit ist ein unmittelbares Erkennen von auftretenden Grundwasserschäden und eine schnellstmögliche Abwehrreaktion durch Verursacher, Wasserversorger und Behörden sichergestellt.

In der Vergangenheit war es immer wieder zu Verunreinigungen des Grundwassers durch den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen auf dem Gelände des Flughafens Frankfurt am Main gekommen. Die hierfür verantwortlichen Unternehmen und insbesondere die Fraport AG haben bereits erhebliche Summen aufgewendet, um die Folgen solcher Vorkommnisse zu beseitigen. Die Deutsche Lufthansa und die Hydranten-Betriebs-Gesellschaft HBG als bedeutendste Betreiber von Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen auf dem Gelände des Flughafens sind nun ebenfalls in das Vertragswerk eingebunden.

(Quelle: Hessisches Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten, 26. März 2002)

Geonet News vom 29.03.2002